Baum des Lebens


 

Alle Früchte verteilt, alle Blätter losgelassen steht er da - kahl und leer.

Er wirkt leblos, doch der Schein trügt.

 

Wer genau hinschaut sieht seine goldenen Wurzeln, die ihm ein starkes, kostbares und tragfähiges Fundament verleihen und silberne Äste, die gemeinsam mit dem Geweih von Cernunnos, dem Hirschgott, weit in den Himmel ragen.

 

Verbunden mit Mutter Erde, verbunden mit den geistigen Dimensionen, das Symbol der Göttin in sich tragend:

Ein zunehmender Mond, ein abnehmender Mond, vereint im Vollmond und so zwei Seiten erschaffend, die sinnbildlich für die Dualität stehen. Die Eule im Vordergrund, die das Geschehen aus sicherer Warte durch das Schlüsselloch beobachtet und mit ihrer Weisheit die polaren Kräfte im Gleichgewicht hält.

 

Doch wieso ein Schlüsselloch im Stamm...?

Weil wir selber das Tor und den Schlüssel zur Weisheit in uns tragen. Das Schlüsselloch gibt den Blick auf das dahinterliegende Universum frei, dasselbe Universum, das uns umgibt und uns durchfliesst.

Es strahlt aus unseren Augen, strahlt durch die Astlöcher des Baumes und transzendiert seine Rinde, seine äussere Form.

 

Eule und Hirsch begleiten ihn auf seiner Reise zu seinem Ursprung, während sein Körper tief schläft und Kraft tankt für den nächsten Frühling.

Seine Früchte sind geerntet, seine Blätter hat er abgeschüttelt. Er nimmt nichts, keinen alten Ballast, mit auf seine Reise.

Denn nur wenn er alles gibt, kann er alles empfangen und im nächsten Reifezyklus wieder an Tiere und Menschen weitergeben.

 

Blüte, Reife, Ernte, Verwelken, Loslassen - ein ewiger Kreislauf zu Gunsten des Wachstums aller Geschöpfe dieses Planeten und jeder Prozess birgt seinen ganz eigenen Zauber - auch das Welken, Loslassen und die wohlverdiente Ruhe vor dem nächsten betörenden Erblühen...